
Ein Update (April 2026)
Das Europäischen Parlament entscheidet darüber, ob der Großteil der mit sogenannten neuen gentechnischen Verfahren (NGT) erzeugten Pflanzen künftig noch als Gentechnik gekennzeichnet werden muss, oder unerkannt und ungeprüft auf unseren Tellern landen kann.
Bereits vor Jahren hat die EU-Kommission den Prozess in die Wege geleitet, um den Umgang mit neuen gentechnischen Verfahren (NGT) neu zu regeln. Klingt sehr technisch und theoretisch, ist aber hoch relevant für alle Konsument:innen, den Bio-Landbau und die gesamte Bio- sowie gentechnikfreie Lebensmittelwirtschaft in Europa.
Der Kern der geplanten Reform besteht in der Absicht, dass der Großteil der mit NGT-Verfahren erzeugten Pflanzen künftig nicht mehr wie klassische Gentechnik reguliert werden soll. Diese würden daher ohne umfassende Risikoprüfung und ohne verpflichtende Kennzeichnung auf den Markt und in die Regale kommen.
Für Konsument:innen würde es dann schwieriger, sich bewusst dagegen zu entscheiden.
Für Bio- sowie gentechnikfreie Land- und Lebensmittelerzeugung steigt gleichzeitig der Aufwand, gentechnikfreie Produktion sicherzustellen. Zudem – und das ist keinesfalls das kleinste Problem – wurde im Gesetzesvorschlag ein breit gefordertes Verbot von Patenten auf NGT-Pflanzen nicht berücksichtigt. Das spielt Großkonzernen in die Hände, bringt Bäuerinnen und Bauern in zusätzliche Abhängigkeit (Stichwort patentiertes Saatgut) und gefährdet die Artenvielfalt und letztlich die Ernährungssouveränität.
Doch es gibt noch Hoffnung: das EU-Parlament hat noch die Chance, diese Pläne zu durchkreuzen. Denn es kann Änderungen verlangen, die Transparenz, Wahlfreiheit, Fairness und Vielfalt gewährleisten. Dann müsste zwischen Kommission, Rat und Parlament weiterverhandelt werden. Das wäre ein wichtiger Etappensieg für das Recht auf Transparenz und Wahlfreiheit. Dazu braucht es eine einfache Mehrheit aller abgegebenen Stimmen im Europäischen Parlament.
Für ETÖ ist klar: Eine enkeltaugliche Lebensmittelproduktion und ein zukunftsfähiges Ernährungssystem bietet Transparenz als Voraussetzung für den selbstbestimmten Griff zum gesunden Lebensmittel. Wir ermuntern die Damen und Herren Abgeordneten im Europäischen Parlament dazu, sich für das Recht zur freien Wahl im Lebensmittelbereich einzusetzen.
HERZLICHEN DANK AN ARGE GENTECHNIKFREI www.gentechnikfrei.at für ihre außerordentlich wichtige Arbeit!
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