Impulse setzen für ein faires und zukunftsfähiges Ernährungssystem
Das Jahr 2025 war für ETÖ geprägt von inhaltlicher Schärfung, intensiver Zusammenarbeit und dem konsequenten Blick auf strukturelle Veränderungen. Im Zentrum stand die Frage, wie ein Ernährungssystem gestaltet werden kann, das ökologisch tragfähig, sozial gerecht und wirtschaftlich sinnvoll ist. Ein Schlüssel dafür ist die Kostenwahrheit.
Lebensmittel sind heute vielfach günstiger, als sie tatsächlich sein dürften. Die Folgekosten industrieller Produktion – etwa für Umwelt, Klima, Gesundheit und Gesellschaft – tauchen in den Preisen nicht auf. Internationale Analysen zeigen jedoch, dass genau hier enorme Belastungen entstehen, während nachhaltige und regionale Landwirtschaft messbare gesellschaftliche Vorteile bringt.
Wissenschaftliche Grundlagen stärken
Um diese Zusammenhänge erstmals systematisch für Österreich sichtbar zu machen, hat ETÖ 2025 gemeinsam mit der Wirtschaftsuniversität Wien die Vorbereitung einer umfassenden Studie gestartet. Sie soll aufzeigen, welche realen Kosten im Ernährungssystem anfallen – und welche Leistungen nachhaltige Produktionsweisen für die Allgemeinheit erbringen. Damit entsteht eine fundierte Grundlage für politische Entscheidungen im Agrar- und Ernährungsbereich.
Austausch als Motor für Veränderung
In drei ETÖ-Räten wurde das Thema Kostenwahrheit aus unterschiedlichen Perspektiven diskutiert: aus wissenschaftlicher Sicht, aus der Praxis entlang der Wertschöpfungskette sowie mit Blick auf politische und gesellschaftliche Rahmenbedingungen.
Diese Gespräche haben verdeutlicht, dass nachhaltige Transformation nur gelingt, wenn Wissen, Erfahrung und unterschiedliche Interessen miteinander verbunden werden.
Öffentliche Beschaffung neu denken
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Rolle der öffentlichen Hand. Nachhaltige Beschaffung – etwa durch den gezielten Einsatz von Bio-Losen – kann Marktstrukturen verändern und Betrieben langfristige Planungssicherheit geben.
Sichtbarkeit, Vernetzung und Wirkung
2025 war ETÖ verstärkt in politische Prozesse eingebunden – unter anderem bei der Weiterentwicklung des Nationalen Aktionsplans für nachhaltige öffentliche Beschaffung (NaBe). Begleitend dazu wurde der Austausch mit Partnerorganisationen im In- und Ausland intensiviert. Erfahrungen aus Ländern wie den Niederlanden, Dänemark und Deutschland lieferten wichtige Impulse für wirksame Instrumente und gute Praxisbeispiele.
Gemeinsam in die Zukunft
ETÖ lebt vom Engagement und der Unterstützung seiner Mitglieder. Diese breite Basis ermöglicht unabhängiges Arbeiten, kritisches Denken und konstruktive Zusammenarbeit.
Auf diesen Grundlagen setzen wir 2026 auf – gemeinsam mit all jenen, die ein faires, transparentes und zukunftsfähiges Ernährungssystem mitgestalten wollen.